GP Academy #2: Die optimale Vorbereitung für Euren Trackday!

Ich möchte, dass ihr euch zu 100% für euren GP Days und naütrlich jeden anderen Trackday vorbereitet fühlt! Auch wenn ich für wirklich technische Detailfragen sicherlich nicht immer der beste Ansprechpartner bin, werdet ihr viele der genannte Punkte nutzen können, um euren Trackday so gut wie möglich zu organisieren.

Vor allem Neulingen empfehle ich, auch den ersten Teil unserer GP Academy zu lesen: Was ist ein Trackday?

Ich habe die wichtigsten Themen in Punkto Vorbereitung in zwei Segmente aufgeteilt:

  • Euer Auto: Wie bereitet ihr euer am besten auf einen Trackday vor? Was müsst ihr beachten, bevor ihr auf die Strecke geht?
  • Euer Equipment: Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es extrem nervig ist wenn man bestimmte Sachen nicht dabei hat. Damit ist jetzt Schluss! Außerdem gibt es unsere Trackday-Checkliste HIER!

Euer Auto

Natürlich wollt ihr am liebsten direkt auf die Strecke. In der Vergangenheit wurden meine Trackdayabenteuer aufgrund mangelnder Vorbereitung von vielen unnötigen Ausfällen geplagt. Dabei reichen oft ein paar simple Schritte aus, um viele potentielle Defektquellen auszuschließen.

Habt ihr schonmal nach den ersten Runden gemerkt, dass eure Bremsbeläge am Ende sind und ihr habt keinen Ersatz dabei? Genau...komplett nervig und einfach zu vermeiden!

Ihr müsst immer daran denken, dass euer Auto einer enormen Belastung während eines Trackdays ausgesetzt ist. Allen voran das Bremssystem, der Motor und eure Reifen!

Reifen

Eure Reifen sind der einzige Kontakt zur Strecke. Es ist also mehr als ratsam, vor jedem Trackday die Reifen einer Sichtkontrolle zu unterziehen. Gibt es offensichtliche Schäden wie Risse, rausgebrochene Gummistücke, Verformungen etc.?

Der Abrieb wird auf der Strecke deutlich erhöht sein, es sollte daher zu jederzeit genug Gummi vorhanden sein - einen Trackday mit einem Reifen am Verschleißindikator zu starten macht wenig Sinn! Das ist vor allem wichtig, wenn ihr auf eigener Achse - ohne Trailer - anreist. Dann müssen die Reifen euch nach dem Tag auch wieder nach Hause bringen!

Empfehlung: Vergesst nicht, auch die Innenseite der Reifen zu checken (vor allem, wenn ihr mit mehr Sturz bzw. eine andere Geometrie als Serie fahrt), um böse Überraschungen zu vermeiden!

Bremsen

Es gibt eine Sache, die ich wirklich nie am Steuer erleben möchte, egal ob auf der Strecke, oder im normalen Straßenverkehr - Bremsversargen. Das beigefügte Video finde ich immer sehr gut zur Veranschaulichung. Zusätzlich gibt vermittelt es gleich auch einen Ansatz, wie man sich im worst-case verhalten kann:

Mit Blick auf das gesamte Bremssystem, gibt es einige Teile, die ihr regelmäßig prüfen solltet.

Die Bremscheiben

Einer der wichtigsten Punkte ist sicherlich die Bremsscheibendicke. Aufgrund der hohen Belastung sollte diese auf jeden Fall immer ausreichend sein. Meine Devise in ist immer, dass ich die Verschleißgrenzen möglichst nie komplett ausnutzen möchte und somit Teile lieber etwas zu früh, als zu spät wechsele. Die Mindestdicke (Verschleißgrenze) ist häufig am Außenrand oder dem Topf der Bremsscheibe vermerkt (MIN TH mm). Sofern ihr keine Angaben zur Mindestdicke finden könnt, empfiehlt es sich immer auf der Herstellerseite oder diversen Foren nachzuschauen. Wie auch bei den Reifen solltet ihr immer nach offensichtlichen Beschädigungen Ausschau zu halten.

Sofern ihr eure Bremse öfter stark beansprucht, sind Oberflächenrisse keine Seltenheit und grundsätzlich kein Anlass zur Sorge (speziell bei gelochten Scheiben). Sofern die Risse sich allerdings verbinden oder zur Außenseite der Bremsscheibe wandern ist Vorsicht geboten, da die Scheibe dann reißen kann. Es ist also Zeit für einen Wechsel. 

Empfehlung: Auch hier ist es besonders wichtig, auch die Innenseiten der Bremsscheiben zu prüfen, auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist dort ranzukommen. Risse können sich auch hier bilden. Die folgende Darstellung finde ich als Richtlinie hilfreich und gibt einen Anhaltspunkt, wann man über einen Wechsel der Bremsscheiben nachdenken sollte:

Die Beläge

Das Thema Bremsbeläge wird in der Trackday-Community immer sehr hitzig diskutiert. Deshalb möchte hier nicht darauf eingehen, welcher Bremsbelag der beste für den Trackeinsatz ist. Das hängt meiner Meinung nach auch von zu vielen Variablen ab.

Wichtig ist hier dennoch auch, dass noch genug "Fleisch am Knochen" d.h. Material auf dem Belag vorhanden ist, bevor ihr zum Trackday aufbrecht. Auch wenn ihr mit neuen Belägen startet, ist es trotzdem immer zu empfehlen, einen zweiten Satz dabei zu haben. Beläge wechseln geht meist schnell und so braucht ihr keine Sorgen haben, falls doch mal Probleme auftreten sollten.

Bremsflüssigkeit

Beim Thema Bremsflüssigkeit ist der Siedepunkt definitiv das wichtigste Thema. Vielleicht habt ihr schon von den Bezeichnungen DOT 4 und DOT 5.1 gehört. Während DOT 4 meist mit wirklichem Performanceeinsatz in Verbindung gebracht wird, haben DOT 5.1 Flüssigkeiten oft einen höheren Siedepunkt, was tendenziell gut ist.  

Meiner Meinung nach sind die Unterschiede bei Markenprodukten marginal. Hier solltet ihr ggf. den Herstellerempfehlungen in Bezug auf das DOT-Rating folgen. Mischen sollte man die Bremsflüssigkeit niemals!

Außerdem ist es wichtig, dass die Bremsflüssigkeit nicht älter als ungefähr ein Jahr ist, bevor ihr euch auf die Rennstrecke bewegt. Ein Wechsel vor dem Trackday schadet also in keinem Fall!

Ein nützliches Upgrade des Bremssystems bei häufigem Trackeinsatz, ist der Wechsel auf Stahlflex-Leitungen. Die bieten gegenüber herkömmlichen Bremsleitungen vor allem eine höhere Stabilität, deutlich längere Lebensdauer, einen besseren Druckpunkt und somit ein höheres Maß an Sicherheit!

Motor

Der Motor ist ohne Zweifel das Herz eures Autos und muss während eines Trackdays extremen Belastungen standhalten. Für ein gut gewarteten Motor ist das aber grundsätzlich kein Problem. Deshalb solltet ihr folgende Punkte beachten bevor ihr auf die Strecke geht.

Öl

Mit Abstand das wichtigste was euer Motor neben dem Benzin braucht, um zu laufen. Vor dem Trackday solltet ihr also immer den Ölstand kontrollieren - dieser sollte auf dem Maximum liegen. Auch während des Trackdays solltet ihr in regelmäßigen Abständen den Ölverbrauch prüfen und ggf. Öl nachfüllen

Kühlsystem

Auch das Kühlsystem sollte einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Sitzen alle Schellenfest? Sind Schläuche aufgrund ihres Alters vielleicht spröde geworden?

Das Kühlsystem steht aufgrund der extremen Temperaturen unter hohem Druck. Ein technischer Defekt bedeutet normalerweise nicht nur das Ende des Trackdays für euch, sondern kann bei viel Kühlflüssigkeitsverlust auch für Fahrzeuge die hinter euch fahren, extrem gefährlich werden.

Andere wichtige Punkte

Jedes Auto hat seine Eigenheiten und häufigen Fehlerquellen, die einfach und vor allem kostengünstig ausgeschlossen werden können. Bei meinem Mini GP sind das zum Beispiel der Pulleyriemen und bestimmte Sensoren, die in regelmäßigen Abständen ihren Geist aufgeben. Die Teile sind günstig und leicht zu wechseln. Ohne Ersatz bedeutet ein Schaden allerdings, dass man nicht mehr fahren kann.

Hier helfen auf euer Fahrzeug spezialisierte Foren häufig weiter, diese Teile zu identifizieren.

Eure Ausstattung

Zu wissen, dass ihr für alle Fälle gerüstet seid, bringt enorme Entspannung in einen Trackday. Deshalb möchte ich euch einmal durch die Dinge führen, die mir am wichtigsten sind.

Werkzeug und Anderes

Es ist zu empfehlen, die folgende Ausrüstung immer dabei zu haben:

  • Eine Grundausstattung an Werkzeug (Koffer)
  • Luftdruckprüfer
  • Drehmomentschlüssel
  • Kabelbinder
  • Klebeband

Ihr könnt euch aber darauf verlassen, dass auch wir als Veranstalter immer eine Grundausrüstung inklusive Wagenheber dabei haben, falls doch mal Not am Mann sein sollte. Außerdem werdet ihr schnell feststellen, dass alle Teilnehmer gerne helfen und euch unterstützen - fragt einfach!

Sofern vom Streckenmanagement gestattet, stellen wir auch Getränke und Snacks zur Verfügung. Diese müsst ihr also nicht extra mitbringen. In den Trackdaybeschreibungen kennzeichnen wir das durch "Open Bar".

Kleidung

In dem meisten Fällen ist feuerfeste Kleidung (Rennanzug, Schuhe, etc.), sowie ein HANS-System nicht zwingend vorgeschrieben. Ich denke aber speziell ein HANS ist - sofern ihr ein paar Trackdays im Jahr fahrt - definitiv ein gutes Investment!

Jedoch empfehle ich immer lange Kleidung zu tragen. Da dies auch von einigen Strecken (z.B. Spa) vorgeschrieben wird, empfiehlt es sich immer, vorab in die Trackday-Beschreibung zu schauen. 

Wichtiger Hinweis: Obwohl wir momentan keine Trackdays im französischen Anneau du Rhin anbieten, muss man hier einen wichtigen Punkt beachten. In Fahrzeugen mit einem Überrollkäfig und 5/6-Punktgurten ist die volle Ausstattung (homologierter Rennanzug, Schuhe etc. + HANS) für alle Insassen Pflicht. Im Moment scheint dies jedoch die einzige Rennstrecke mit solchen Regeln zu sein.

Trackdays sind anstrengender als oft angenommen. Deshalb ist es immer ratsam, Kleidung zum wechseln dabei zu haben - mindestens ein T-Shirt bzw. Sweater. Vor allem die Rückreise wird dadurch deutlich komfortabler!

Als kleine Gedankenstütze haben wir die GP Days Trackday Checkliste erstellt. Hier findet ihr eine Zusammenfassung aller wichtigen Dinge, die ihr mitbringen solltet. Ich sehe diese Liste als "lebendes" Dokument. Bitte gebt uns also Bescheid sofern Dinge fehlen, die ihr als extrem wichtig anseht und schreibt uns via support@gp-days.com!

In Teil 3 unserer GP Days Academy werden wir über das Verhalten auf und neben der Strecke während unserer Trackdays sprechen!